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Frühling in der Antarktis

Von wegen ewiges Eis: Die Antarktis wird immer grüner. Das ergab eine Langzeitstudie von Forscher*innen an der Universität Jena.

Graspolster in der Antarktis (King George Island, nahe der russischen Forschungsstation Bellingshausen), aufgenommen im Februar 2018. Foto: Christina Braun

Seit vier Jahrzehnten schon beobachten Forscher*innen, wie sich die Tier- und Pflanzenwelt der Antarktis verändert, zuletzt verbrachte seit November ein vierköpfiges Jenaer Expeditionsteam mehrere Wochen in und rund um die russische Antarktisstation Bellingshausen auf King George Island.

Vorläufige Bilanz: Wenigstens in dieser Region werde die Antarktis „Jahr für Jahr grüner“, heißt es in einer Pressemitteilung der Universität Jena. King George Island habe längere eisfreie Perioden erlebt, Gletscher seien abgeschmolzen. Seitdem habe sich die einheimische Grasart Deschampsia antarctica rasant ausgebreitet, und auch verschiedene Tierarten hätten die nun eisfreien Gebiete besiedelt. Und noch ein drängendes Problem habe der Rückzug von Eis und Gletschern nur umso sichtbarer gemacht: An den Küsten von King George Island türme sich der Müll, darunter Plastikteile, alte Fischernetze, Flaschen, Folien und Styropor.

Das Institut für Ökologie und Evolution der Universität Jena organisiert bereits seit 1979 Forschungsexpeditionen in die Antarktis. Forscher*innen dokumentieren seitdem die klimabedingten Veränderungen des dortigen Ökosystems, erfassen die Vegetation und untersuchen Wildtierbestände. Seit diesem Jahr kartiert werden außerdem Plastikstrandgut und anderer Müll an den antarktischen Küsten — vergleichbare Langzeituntersuchungen, sagen die beteiligten Ökolog*innen nicht ohne Stolz, gebe es international kaum.

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