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Kommentar

„Wir nehmen alle!“

Wie halten es Humanist*innen mit Humor? In unserem Magazin wünschten wir uns zuletzt mehr Mut zum humanistischen Witz. Diesen Mut beweist Frank Stößel mit seiner kleinen Groteske.

Wie halten es Humanist*innen mit Humor? Der britische Comedian Robin Ince meint im Interview, Humor würde es leichter machen, auch über schwierige Dinge zu sprechen. Und Marco Schrage wünscht sich mehr Mut zum Witz. Diesen Mut beweist Frank Stößel mit seiner kleinen Groteske.

 

Eine Groteske von Frank Stößel

Der evolutionäre Humanist Adam von Erden stirbt. Sofort entfleucht sein Geist gen Himmel, ganz entgegen seiner Philosophie.

An der Himmelspforte wird er mürrisch begrüßt: „Schon wieder so ein Weichei von Geist!“, woraufhin er schreit: „Was soll das hier mit mir, ich bin Atheist, äh, evolutionärer Humanist. Ich wollte nie und nimmer in den Himmel zu all den Scheinheiligen der Welt!“

„Stand das so in deiner Patientenverfügung?“

„Nein, wieso auch. Es gibt doch kein Jenseits, welches sie auf Erden süßlich Himmel nennen. Also müsste ich auch nicht verfügen, dass ich nicht in den Himmel zu all den Frommen will.“

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„Siehste Humanistchen, wie man sich täuschen kann. Alles Lug und Trug da unten, was sie den Leuten erzählen. Jetzt komm endlich rein! Getauft worden biste doch mal, oder beschnitten, oder im Leben begrüßt?“, grinst der Geist namens Himbeergeist von der Brombeer-Ranch.

„Ich bin mit 55 Jahren aus der Kirche ausgetreten. Da dürft ihr mich gar nicht aufnehmen, also muss ich nicht bei euch einziehen.“

„Doch, das dürfen wir. Wir müssen euch gar nicht fragen, ob ihr in den Himmel kommen wollt oder ob ihr nicht wollt. Wir nehmen alle, egal welcher Couleur und welchen Glaubens, und egal was sie auf Erden so alles getrieben haben.“

„Ach du lieber Gott, Entschuldigung, ach du liebe Güte! Dann sind hier etwa auch der Priesterseminarist Josef, der Lehrer Benito und der Anstreicher Adolf und alle anderen Despoten und Psychopathen der Weltgeschichte?“


Herzlich willkommen im Nichts und Nirgendwo!


„Ja klar, nicht nur, aber das ist ja die verdammte Scheiße! Wir müssen sogar ausnahmslos alle nehmen, müssen, haste das jetzt endlich geschnallt, Humanistchen?“

„Ja um Gottes Willen, äh um Himmels Willen, äh, Entschuldigung, warum denn das?“

„Weil ihr süßen, kleinen Humanistchen sagt: Es gibt keine Erbsünde, also gibt es hier auch nix zu vergeben, kapiert? All eure Worte und Taten sind hier Schall und Rauch.“

„Wohin bin ich hier nur geraten? Kann ich nicht umbuchen in die Hölle, da soll es lustiger sein!“

„Ach, den Quatsch würdest du also gerne glauben? Hier bist du schon richtig, mein Lieber, Himmel oder Hölle, das ist ein und dasselbe, wie schon gesagt, zwei Wörter wie Schall und Rauch. Jetzt ist dir das Lachen vergangen, was?“

„Das kannste laut sagen!“

„Beruhige dich Adam, Mann aus Erde, ist mir auch so gegangen, als ich hier neu war. Lass dich umarmen, mein Armer: Herzlich willkommen im Nichts und Nirgendwo!“

Frank Stößel verehrt den Satiriker Ephraim Kischon für seine Fähigkeit, sich selbst auf die Schippe zu nehmen. Er findet: ein bisschen mehr augenzwinkernde Selbstironie würde auch Humanist*innen gut stehen.

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