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Aus aller Welt

„Wir fordern, die grundlegendste aller Freiheiten zu einer Priorität zu machen“

Andrew Copson, Präsident der Humanists International, unterstrich in einem Statement zum heutigen Tag den universellen Wert der Verteidigung und des Schutzes des Rechts auf Gedanken-, Gewissens- und Religions- oder Glaubensfreiheit.

Andrew Copson, Präsident der Humanists International, unterstrich in einem Statement zum heutigen Tag den universellen Wert der Verteidigung und des Schutzes des Rechts auf Gedanken-, Gewissens- und Religions- oder Glaubensfreiheit.

Andrew Copson, Präsident der Humanists International und Direktor der Humanists UK.

Jedes Jahr am 22. August gedenken wir der Opfer von Gewalttaten, die auf der Grundlage oder im Namen einer Religion oder Weltanschauung verübt wurden. Dieser internationale Tag ist eine aktuelle Erinnerung an die wachsende Zahl, das Ausmaß und die Intensität solcher Gewalttaten auf der ganzen Welt. Regierungen, Medien und wir alle müssen reagieren, um diesen Menschenrechtsverletzungen entgegenzuwirken, indem wir das universelle Recht auf Gedanken-, Gewissens- und Religions- oder Glaubensfreiheit (englisch: Freedom of thought, conscience, and religion or belief, kurz: FoRB) verteidigen.

Was wir unter Religions- und Weltanschauungsfreiheit verstehen

Die Gedanken-, Gewissens-, Religions- und Glaubensfreiheit, wie sie in Artikel 18 der Allgemeinen Erklärung der Menschenrechte verankert ist, ist das grundlegendste Recht von allen – das Recht, seine eigene Meinung zu haben, seine Überzeugungen zu praktizieren, seine Überzeugungen mit anderen ohne Zwang zu teilen und seine Meinung zu ändern. Manche Menschen sehen die FoRB fälschlicherweise als ein Recht für religiöse Menschen an, und viele haben das Gefühl, dass die FoRB sie nicht schützt, wenn sie nicht religiös sind. Dies ist jedoch eine zutiefst falsche Auslegung. Artikel 18 schützt das Menschenrecht eines jeden auf seine eigenen Überzeugungen. Es umfasst das Recht des Einzelnen, jede Religion oder Weltanschauung abzulehnen, sich als Humanist*in oder Atheist*in zu bezeichnen und nichtreligiöse Überzeugungen durch Ausdruck, Lehre und Praxis zu manifestieren. Es ist ein universelles Recht.

Beispiele für die Verfolgung von Humanist*innen

In vielen Teilen der Welt sind diejenigen, die die vorherrschende Religion ablehnen oder sich zu ihren eigenen humanistischen Überzeugungen bekennen, mit Diskriminierung, Verhaftung, Inhaftierung, Folter und Tod konfrontiert. Der Fall von Mubarak Bala – dem Präsidenten der Humanistischen Vereinigung Nigerias, der in diesem Jahr im nigerianischen Bundesstaat Kano zu 24 Jahren Gefängnis verurteilt wurde, weil er angeblich blasphemische Facebook-Posts veröffentlicht hatte – zeigt, wie real die Bedrohung für Menschen ist, die ihr Recht auf Glaubensfreiheit wahrnehmen.

Humanistische Vereinigung begrüßt Nigeria-Reise des Beauftragten der Bundesregierung für Religions- und Weltanschauungsfreiheit Frank Schwabe – Er setzt sich persönlich für die Freilassung von Mubarak Bala ein. Angeregt hatte dies die Humanistische Vereinigung. Weiterlesen…

Mubarak wird von den Humanists International unterstützt, einer Organisation, die sich für Humanist*innen, Atheist*innen und nichtreligiöse Menschen einsetzt, die weltweit in Gefahr sind. Die Organisation hat derzeit elf aktive Fälle, die wir öffentlich vertreten. Dazu gehört Golrokh Ebrahimi Iraee, eine iranische Schriftstellerin und Menschenrechtsverteidigerin, die 2016 wegen „Beleidigung des Heiligen“ und „Propaganda gegen den Staat“ zu sechs Jahren Gefängnis verurteilt wurde. Ihr Verbrechen? Eine unveröffentlichte Geschichte, die sie in ihrem privaten Notizbuch geschrieben hatte und in der sie die Praxis der Steinigung von Frauen kritisierte, die des Ehebruchs beschuldigt wurden. Ein weiterer Fall ist der von Ahmadreza Djalali, einem schwedisch-iranischen Forscher, der im Iran unter dem Vorwurf der Spionage und der „Verbreitung von Korruption auf der Erde“ zum Tode verurteilt wurde. Im Jahr 2016 wurde er verhaftet und angeklagt, als er sich im Iran aufhielt, um an einer Reihe von akademischen Workshops teilzunehmen. Während seiner Inhaftierung wurde er schwerer psychologischer Folter ausgesetzt und unter Androhung der Hinrichtung gezwungen, Erklärungen zu unterschreiben. Auch wurde ihm wiederholt der Zugang zu seinem Anwalt verweigert.

Warum es in unser aller Interesse ist, FoRB zu schützen und zu fördern

Es liegt in unser aller Interesse, für den Schutz und die Förderung dieses Grundrechts einzutreten, denn wenn es einer Gruppe verweigert wird, sind alle davon betroffen. Wo wir sehen, dass Christ*innen verfolgt werden, leiden auch muslimische Minderheiten – zum Beispiel Schiiten oder Ahmadiyya – ebenso wie Baha‘is und Humanist*innen. Wo Muslim*innen die Hauptleidtragenden sind, wie bei den Uigur*innen in China, leiden neben ihnen auch Christ*innen, Humanist*innen und andere Minderheiten.

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Gläserne Wände - Bericht zur Benachteiligung nichtreligiöser Menschen in Deutschland

Es ist kein Zufall, dass alle genannten Fälle ihren Ursprung in Ländern haben, in denen die Menschenrechtslage im Allgemeinen schlecht ist. Das Recht auf Gedanken-, Gewissens- und Religions- oder Glaubensfreiheit  ist ein guter Indikator für die Menschenrechtslage in einem bestimmten Land, und wenn die freie Äußerung von Überzeugungen eingeschränkt wird, ist dies in der Regel ein Zeichen dafür, dass der Raum für andere bürgerliche und politische Rechte wie das Recht auf Leben, Privatsphäre, Versammlung und Meinungsäußerung sowie soziale, wirtschaftliche und kulturelle Rechte schrumpft. Auf der anderen Seite schaffen Länder, die sich zur Wahrung der FoRB verpflichten, oft ein sichereres Umfeld für die Entfaltung anderer Menschenrechte.

Deshalb legen wir als Humanist*innen so großen Wert auf Artikel 18. Die Gedanken-, Gewissens- und Religions- bzw. Glaubensfreiheit ist ein universelles Recht, das für alle Menschen überall und gleichermaßen gilt. Wenn sie gewahrt wird, schützen die FoRB jeden, von den Anhänger*innen der etablierten Religionen über die orthodoxen und etablierten Gläubigen bis hin zu den Nonkonformist*innen, Reformist*innen, Minderheitssekten, Häretiker*innen und Spalter*innen. Sie schützen zugleich Humanist*innen, Atheist*innen, Agnostiker*innen und alle, die eine nicht-religiöse Weltanschauung haben, sei sie systematisch oder implizit.

Aus diesem Grund beklagen wir am Internationalen Tag des Gedenkens an die Opfer von Gewalthandlungen aufgrund der Religion oder der Weltanschauung nicht nur alle Gewalttaten gegen Personen aufgrund ihrer Religion oder Weltanschauung, sondern wir fordern Regierungen, Medien und Institutionen in aller Welt auf, sich für Menschen einzusetzen, die im Gefängnis sitzen oder denen die Hinrichtung droht, Akteur*innen der Zivilgesellschaft vor Ort zu unterstützen, die sich für die Religions- und Weltanschauungsfreiheit einsetzen, und die Förderung dieser grundlegendsten aller Freiheiten zu einer Priorität zu machen.

Nicht alle Humanist*innen auf der Welt können frei und in Übereinstimmung mit ihren Werten leben. Helfen Sie, das Bekenntnis zum Humanismus als Menschenrecht zu schützen: humanistische-hilfe.de

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