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Humanistische Hilfe

Mehr als fünf Milliarden Euro haben die Deutschen im vergangenen Jahr für wohltätige Zwecke gespendet – der zweithöchste Betrag seit dem Beginn der Erhebungen des Deutschen Spendenrats 2005. In Zukunft soll humanistischen Projekten in anderen Ländern mehr als bisher von der Gebefreudigkeit zugutekommen.

Mehr als fünf Milliarden Euro haben die Deutschen im vergangenen Jahr für wohltätige Zwecke gespendet – der zweithöchste Betrag seit dem Beginn der Erhebungen des Deutschen Spendenrats 2005. Drei Viertel der Spenden wurden für humanitäre Hilfe im In- und Ausland ausgegeben, mehr als ein Drittel des Aufkommens ging an internationale Hilfswerke. In Zukunft soll humanistischen Projekten in anderen Ländern mehr als bisher von der Gebefreudigkeit zugutekommen.

Foto: KHPS

Klassenfoto an der Kasese Humanist Primary School, einer humanistischen Grundschule in Uganda. Sie ist ein Leuchtturm der Bildung auf dem afrikanischen Kontinent und Vorbild für mittlerweile ein Dutzend weiterer humanistischer Schulen im Land geworden. Foto: KHPS

Fast unüberschaubar ist die Landschaft der Organisationen in Deutschland, die sich der Hilfe in humanitären Notlagen und Menschen in vergleichbaren schwierigen Situationen verschrieben haben. Allein der Verband Entwicklungspolitik und Humanitäre Hilfe deutscher Nichtregierungsorganisationen (VENRO) verzeichnet rund 140 Mitglieder, darunter große Institutionen wie Caritas International und das evangelische Hilfswerk Brot für die Welt. Und neben dem im VENRO versammelten Organisationen gibt es weitere hunderte kleinere Initiativen. Aber auch große Vereine wie das Deutsche Rote Kreuz, die in der Auslandshilfe rund 150 Mitarbeitende an mehrere Dutzend Orten der Welt beschäftigen.

Doch nicht nur unmittelbare Spenden gehen an die zahlreichen Hilfswerke und Entwicklungsdienste für Projekte in der ganzen Welt. Beachtliche Summen fließen auch aus dem 10-Milliarden-Etat des Bundesministeriums für wirtschaftliche Entwicklung und Zusammenarbeit über Einrichtungen wie die kirchlichen und nicht-konfessionellen Institutionen in humanitäre und ähnliche Hilfsleistungen. So stammten im Jahreshaushalt von Caritas International im Jahr 2017 bei Gesamteinnahmen von 96 Millionen Euro rund 40 Millionen Euro aus dem Bundeshaushalt – rund 6,5 Millionen mehr als ein Jahr zuvor.

Klar ist also: Dank der Gebefreudigkeit der Deutschen und der Förderung humanitärer und entwicklungsfördernder Dienste aus staatlichen Kassen lässt sich einiges bewegen, um Menschen in schwierigen Lebensumständen oder in Notlagen zu helfen. Allerdings konnten von der finanziellen Solidarität aus der Bundesrepublik ausgewiesen humanistische Projekte in der ganzen Welt bisher nur selten profitieren. Die letzte große Aktion liegt bereits vier Jahre zurück. Damals konnten die Mitglieder der humanistischen Vereinigung SOCH Nepal Hilfsgüter im Wert von mehreren tausend Euro nach dem katastrophalen Erdbeben im Himalaya an Betroffene verteilen, die durch Spenden aus Deutschland bezahlt wurden. Längerfristig anhaltende Hilfsleistungen aus dem wohlhabenden Deutschland, die profiliert humanistischen Projekten in ärmeren Gesellschaften zugutekommen könnten, gab es bisher so gut wie keine.

Verteilung von Hilfsgütern durch die SOCH Nepal nach dem Erdbeben 2015

Großen Bedarf an solch anhaltender Unterstützung gibt allerdings durchaus. Denn ähnlich wie in Deutschland und anderen europäischen Staaten versuchen auch Humanist*innen in afrikanischen, asiatischen oder latein- und südamerikanischen Ländern, sich durch praktische Dienstleistungen in ihrer Region bekannt zu machen und soziale Anerkennung zu gewinnen. Anders als im Wohlfahrtsstaat Deutschland existieren es in vielen Ländern jedoch oft keine oder nur wenig staatlichen Hilfen für Einrichtungen wie etwa Schulen, Kindertagestätten oder Pflegeheime, die häufig von lokalen Nichtregierungsorganisationen zur Deckung des Bedarfs betrieben werden. Vielmehr sind diese Bereiche die traditionelle Domäne der unterschiedlichsten Religionsgemeinschaften, welchem neben ihren Hilfen in den sozialen, bildenden oder kulturellen Bereichen natürlich oft auch ihre jeweiligen Wertvorstellungen vermitteln.

Ein gutes Beispiel hierfür ist Uganda. Das Land hat eine der am schnellsten wachsenden Gesellschaften der Welt, mehr als die Hälfte der Bevölkerung ist jünger als 15 Jahre. Das Durchschnittseinkommen eines Erwachsenen liegt bei etwa 150 Euro pro Monat. Unter anderem eine relativ hohe Verbreitung des HI-Virus, häufige Verkehrs- und andere Unfälle sowie der Glaube an Hexerei und schwarze Magiehaben dazu geführt, dass laut UNICEF etwa 2,5 Millionen Kinder im Land als Waisen aufwachsen müssen. Um den wirtschaftlichen Herausforderungen in Zukunft gerecht werden zu können, arbeitet die Regierung zwar seit langem an einem Ausbau des Bildungswesens. Da jedoch pro Jahr etwa eine Millionen Kinder mehr eingeschult werden müssen, bleibt das Land auf absehbare Zeit stark auf den Ausbau privat betriebener Einrichtungen angewiesen. Etwa dreihundert Grundschulen sowie mehrere Dutzend weiterführende Schulen betreibt daher allein die katholische Kirche in Uganda, dazu kommen etwa 500 Kindertagesstätten.

Schild am Eingang zu einem Schulcampus in Uganda.

Auch Bwambale Robert Musubaho setzt sich seit acht Jahren im westugandischen Landesteil Kasese dafür ein, die Bildungssituation Bildungssituation im Land zu verbessern. Insgesamt drei Schulcampusse mit drei Grundschulen und einer weiterführenden Schule sind unter seiner Regie mittlerweile entstanden. Unter dem Leitspruch „With Science, we can progress“ verbringen die Schüler*innen dort jedoch in ihren Lern- und Lebensalltag in einem Rahmen, der sich explizit humanistisch versteht: Das Vertrauen nicht nur in die Potenziale wissenschaftlichen Forschens, sondern auch die menschliche Fähigkeit, Probleme und Schwierigkeiten mit Hilfe der eigenen Vernunft lösen und überwinden zu können, stehen hier im Vordergrund. Und auch wenn die Schulen offen für Kinder unabhängig von ihrem konfessionellen Hintergrund sind, gibt es hier im Gegensatz zu der Mehrheit der Schulen im Land weder die Aufforderung zu Gebeten noch Schulgottesdienste. Humanistisch und säkular, so soll auch im rund 6.000 Kilometer entfernen Kasese der Start ins Leben möglich werden. Und natürlich hofft Bwambale Robert auf internationale Solidarität bei seinem engagierten Einsatz, den Betrieb und Ausbau der humanistischen Schulen in Uganda voranzubringen.

Bilder aus dem Alltag der Kasese Humanist Schools im westlichen Uganda

Ihm dabei zur Seite stehen will künftig verstärkt die Humanistische Vereinigung. Die von ihr dazu nun als Anstalt des öffentlichen Rechts ins Leben gerufene Humanistische Hilfe hat die Aufgabe, als weltanschaulich profiliertes Hilfswerk mehr Humanist*innen aus Deutschland für die Unterstützung von diesem und vergleichbaren Projekten in anderen Teilen der Welt zu gewinnen. Denn in einem Land wie Uganda etwa lässt sich mit vergleichsweise geringen Beträgen viel erreichen: Eine Patenschaft, um einem Kind in einer der humanistischen Grundschulen den Schulbesuch für ein Jahr zu finanzieren, kostet umgerechnet nur rund 235 Euro, Vollpension inklusive. Eine Patenschaft für die Tagesbetreuung von morgens bis zum Nachmittag kostet gerade einmal umgerechnet 120 Euro pro Jahr. Aber auch mit noch kleineren Beträgen lässt sich für die Schulen in einem Land wie Uganda viel verbessern. Auf die Unterstützung für das Projekt von Bwambale Robert in Uganda beschränken soll sich die Humanistische Hilfe A.ö.R. nicht. Denn im westafrikanischen Nigeria gibt es ebenfalls vertraute Aktive wie den langjährigen Vertreter der Humanists International, Leo Igwe, die auf Spenden aus Europa offen, um vor Ort entlang humanistischer Grundsätze Bildungs- und Aufklärungsarbeit zu einem festen Bestandteil des Alltags zu machen. Und ebenfalls im fernen Nepal würden sich Humanist*innen in Zukunft freuen, ihr Engagement mit freundlichen Grüßen aus Deutschland gestärkt zu sehen. Denn für all diese Länder gilt: Kleine Summen können einen großen Unterschied machen. Konkret vor Ort und für das Vertrauen darin, dass wir als Bürger*innen der Erde es in der Hand haben, die Welt zu einem besseren Ort werden zu lassen.

Jetzt gleich vorbeischauen! Eine Auswahl aktueller Angebote zur Unterstützung sowie Hintergrundinformationen bietet das Hilfswerk auf seiner Website. Sie können sich dort auch für einen Newsletter anmelden, der über laufende wie neue Projekte und aktuelle Ereignisse informiert: humanistische-hilfe.de

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