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Gläserne Wände - Bericht zur Benachteiligung nichtreligiöser Menschen in Deutschland

Berlin

Sollten religiöse Feiertage abgeschafft werden?

In Berlin sind rund zwei Drittel der Bevölkerung konfessionsfrei, in Brandenburg sind es sogar 80 Prozent der Einwohner. Trotzdem richtet sich eine große Zahl der gesetzlichen Feiertage bis heute nach spezifisch religiösen Motiven.

In der Sendereihe „Tagesthema“ des Kulturradios im Rundfunk Berlin-Brandenburg (rbb) diskutierten Arik Platzek vom Humanistischen Verband und Bernd Streich vom Diözesanrat der Katholiken im Erzbistum Berlin über die Frage, wie die Feiertagsgesetzgebung auf eine weltanschaulich veränderte Gesellschaft reagieren sollte.

Bild: © RRF / Fotolia.com

In Berlin sind rund zwei Drittel der Bevölkerung konfessionsfrei, in Brandenburg sind es sogar 80 Prozent der Einwohner. Trotzdem richtet sich eine große Zahl der gesetzlichen Feiertage in den Ländern bis heute nach spezifisch religiösen Motiven: Ostern, Christi Himmelfahrt, Pfingsten, Reformationstag und Weihnachten – in anderen Bundesländern ist die Zahl der gesetzlichen Feiertage mit religiöser Begründung vielfach noch deutlich höher.

Im rbb sprach sich Arik Platzek am vergangenen Freitag dafür aus, an den Weihnachtsfeiertagen nicht zu rütteln. An anderen Stellen im Kalender sollte die Politik die gesellschaftliche Diskussion über Veränderungen der staatlichen Feiertagskultur jedoch unterstützen, um der sich weltanschaulich wandelnden Gesellschaft gerecht zu werden. Wichtig sei schließlich, dass gesetzliche Feiertage von möglichst vielen Menschen als verbindend und sinnstiftend empfunden werden können. Daher erscheine aus humanistischer Perspektive die Einführung weiterer Feiertage mit anderem religiösem – wie etwa islamischem – Hintergrund nicht als sinnvoll. Die Verankerung des Internationalen Frauentags am 8. März oder des Tags der Menschenrechte am 10. Dezember jeden Jahres als gesetzliche Feiertage wäre hingegen begrüßenswert. Er sagte auch, dass die Diskussionen über die Feiertagskultur nicht unter einem Primat ökonomischer Erwägungen geführt werden sollten.

Zur Sendung auf kulturradio.de…

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