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Gläserne Wände - Bericht zur Benachteiligung nichtreligiöser Menschen in Deutschland

Panorama

Darf Herr Gärtner sterben?

Die ARD inszeniert die Debatte um Sterbehilfe als Fernsehfilm, und die anschließende Abstimmung zeigt: Eine Mehrheit der Deutschen ist für den assistierten Suizid.

Dürfen sich Menschen das Leben nehmen? Und noch viel wichtiger: Dürfen andere ihnen dabei helfen? Seit Jahren schon schwelt die Diskussion um Sterbehilfe und den assistierten Suizid, sie entflammt hin und wieder und wird dann wieder schwächer. Mit einem Fernsehstück nimmt die Debatte gerade wieder Fahrt auf.

Richard Gärtner (links, gespielt von Matthias Habich) möchte in Würde und mit Hilfe sterben. Darf er das? Foto: ARD Degeto/Moovie Gmb/Julia Terjung

In der Verfilmung des Theaterstücks „Gott“ (Autor: Ferdinand von Schirach) inszeniert die ARD den Streit als exemplarische Debatte im Deutschen Ethikrat. Es geht um den Fall des 78-jährigen Architekten Richard Gärtner (Matthias Habich), der ohne dabei krank zu sein sich das Leben nehmen möchte – es scheint ihm nach dem Tod seiner Frau einfach nicht mehr lebenswert: „Sie ist weg. Und ich bin da. Das ist nicht richtig nach 42 Jahren.“

Nun stünde es ihm nach derzeitiger Rechtslage natürlich frei, Suizid zu begehen. Aber er möchte in Würde sterben, nicht wie so viele andere als Personenschaden oder an einem Strick. Und er möchte, dass man ihm dabei hilft. Genau letzteres ist aber in Deutschland weiterhin nicht erlaubt. Im Februar kippte das Bundesverfassungsgericht das Verbot „geschäftsmäßiger Sterbehilfe“ – seitdem harrt die Sache allerdings einer gesetzlichen Neuregelung. Sterbewillige werden ebenso im Ungewissen belassen wie Angehörige, Pflegende und Mediziner*innen.

Vorschläge, wie die Gesetzeslücke zu schließen sei, sind dabei längst auf dem Tisch. Auch die Humanistische Vereinigung (HV) legte einen Gesetzesentwurf vor, der die Legalisierung des assistierten Suizids vorsieht, diese aber an eine verpflichtende Suizidpräventionsberatung knüpft. Passiert ist seitdem nichts. „Leider fehlt Bundesgesundheitsminister Jens Spahn ganz offenbar der politische Wille, in dieser Frage endlich Klarheit zu schaffen“, kritisiert HV-Vorstand Michael Bauer, „aus Rücksicht auf die Betroffenen ist es aber höchste Zeit, hier zu verbindlichen Regeln zu finden.“

Wie solche Regeln nach dem Willen der Bevölkerung aussehen könnten, davon gaben die an den Film anschließende TV-Diskussion und das Voting der Zuschauer*innen einen Eindruck: Mehr als 70 Prozent stimmten dafür, dass der sterbewillige Architekt sterben und ihm dabei geholfen werden dürfe.

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