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Etwas weniger Armut bedeutet noch lange keine Trendwende

Erstmals seit fünf Jahren ist die Armutsquote in Deutschland nicht weiter gestiegen. Der leichte Rückgang um 0,3 Prozent dürfe laut Paritätischem Gesamtverband jedoch nicht darüber hinweg täuschen, dass der Sozialstaat versage und die Quote weiter auf sehr hohem Niveau ist.

Am Anfang das Positive: Die Armutsquote in Deutschland ging laut aktuellem Bericht des Paritätischen Gesamtverbandes im Jahr 2018 zurück, zum ersten Mal wieder nach fünf Jahren. Allerdings nur um 0,3 Prozentpunkte, womit die Armut bei 15,5 Prozent auf hohem Niveau bleibt.

Dabei zeigt sich eine Vierteilung: Es gibt den relativ wohlhabenden Süden (Quote: 11,8 %), den ärmeren Osten (17,5 %), Schlusslicht Nordrhein-Westfalen (18,1 %, im Ruhrgebiet sogar 21,1%) und die übrigen westdeutschen Länder (15,9 %).

Erstmalig seit sieben Jahren ging die Armutsquote auch unter Menschen mit Migrationshintergrund wieder zurück, dennoch bleiben sie, genauso wie Arbeitslose, Alleinerziehende, Kinderreiche oder Menschen mit niedrigen Bildungsabschlüssen die Hauptrisikogruppen der Armut mit Quoten zwischen 30 und 57 Prozent.

Eigenheim und schickes Auto – nur für einen kleinen Teil der Menschen in Deutschland erfüllt sich so ein Wunschtraum – die Realtät sieht meist anders aus.

Der Bericht macht deutlich, dass Armut bei guter oder sogar sehr guter wirtschaftlicher Entwicklung nicht einfach verschwindet.

Grundsätzlich spricht der Paritätische von armutspolitischem Versagen: Der Sozialstaat versäume, den zunehmenden Wohlstand allen zu Teil werden zu lassen und ein Mindestmaß an Gleichheit von Einkommen, Ressourcen und Möglichkeiten zu schaffen. Es bedürfe eines Masterplans zur Armutsbeseitigung, der die Bereiche Arbeit, Wohnen, Alterssicherung, Pflege, Gesundheit, Familie, Bildung und Teilhabe gemeinsam berücksichtige.

Der ausführliche Bericht: https://www.der-paritaetische.de/schwerpunkt/armutsbericht/

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