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Freedom of Thought Report 2019

Es gibt keinen Gott. Diese Aussage kann Menschen bis heute in zwölf Staaten das Leben kosten. In 69 Ländern droht eine Strafe, wenn Sie bestreiten, Sie könnten ein guter Mensch sein, ohne an einen Gott zu glauben. „Gesetze gegen ‚Blasphemie‘ oder ‚Apostasie‘ haben keinen Wert an sich, sie schützen Personen auch nicht vor Schaden. Im Gegenteil, sie verhindern einen offenen Meinungsaustausch und Diskussionen“, sagt dazu Andrew Copson, Präsident der Humanists International. Diese Gesetze verletzen nicht nur die Gedanken- und Meinungsfreiheit, sondern zerstören manchmal ganze Existenzen.

Denn solche Gesetze und auch gesellschaftliche Praktiken führen dazu, dass Humanist*innen, Atheist*innen und nicht-religiöse Menschen überall auf der Welt mit Diskriminierung zu kämpfen haben, darüber gesprochen wird allerdings kaum. Die Humanists International wollen das mit dem seit 2012 erscheinenden Freedom of Thought Report ändern, denn dieser beleuchtet jedes Land daraufhin, ob konfessionsfreie Menschen gleich und gerecht behandelt werden, ob sie unter Diskriminierung, Gewalt und Verfolgung leiden.

Einen schnellen Einblick geben die Karten und Rankings, dabei können die einzelnen Länder in unterschiedlichen Kategorien praktisch angeklickt werden. Sehr umfänglich leistet der Bericht einen Beitrag zur Dokumentation und Argumentation und bietet damit Abhilfe gegen das Nicht-reden, Nicht-gesehen-werden und Vergessen. Da werden nicht nur staatliche, auch gesellschaftliche Verfolgung und die Gleichbehandlung im Bildungswesen aufgegriffen und die Meinungsfreiheit kritisch geprüft. Der „Grad“ der Diskriminierung wird für jedes Land durch fünf Abstufungen ausdifferenziert. Abgerundet wird der Report durch individuelle Fälle und Statements, die aufzeigen, wie stark der Eingriff in die persönlichen Freiheitsrechte ist, wie erniedrigend und wie allumfassend die Diskriminierung sein kann: „Jeglicher Glaube oder jede Denkrichtung, die nicht mit dem Islam und seinen Lehren kompatibel ist, ist unverzeihlich und kriminell“, berichtet Arash Kargar (Pseudonym) aus Afghanistan. Er sieht sich vor die Wahl gestellt, zu schweigen oder frei zu sprechen, die Stimme für Gleichheit und Meinungsfreiheit zu erheben, doch schließt er mit der Frage: „Aber zu welchem Preis?“

Die Bilanz bleibt ernüchternd, denn selbst in Ländern, in denen nicht die Todesstrafe oder andere Strafen auf Blasphemie oder ähnliches stehen, sehen sich Humanist*innen (und alle anderen natürlich auch) religiösen Privilegien und Ungleichheit ausgesetzt.

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