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Evolution rein, Kreationismus raus

Rund 50 britische Wissenschaftler*innen und Organisationen haben die walisische Regierung dazu aufgefordert, Kreationismus und andere pseudowissenschaftliche Lehren ausdrücklich aus den neuen Lehrplänen zu verbannen. Umgekehrt solle Evolution auch schon im Grundschulalter vermittelt werden.

 

Ab dem September 2022 gilt in Wales ein neues school curriculum, was gemeinhin als größte Schulreform des Landes seit 1988 gilt. In diesem Zusammenhang werden sowohl die schulischen Inhalte wie auch die Art, wie diese vermittelt werden sollen, überdacht und neu konzipiert. Den einzelnen Schulen werden dabei einige Freiheiten in der Wahl der Inhalte und Mittel eingeräumt.

Ausgehend von einer Intitiative der Humanists UK wies eine Reihe namhafter britische Wissenschaftler*innen nun darauf hin, dass im Science and Technology Area of Learning and Experience des neuen Curriculums es nicht ausdrücklich verboten sei, Kreationismus und andere pseudowissenschaftliche Lehren wie die vom Intelligent Design zu vermitteln. Ohne ein ausdrückliches Verbot, so die Befürchtung, könnten sich solche wissenschaftlich verbrämten Ansichten nach und nach ausbreiten – erst recht, da den Schulen ansonsten große Freiheiten zugestanden würden und die Lehre von der Evolution im neuen Curriculum nur einmal erwähnt werde, da allerdings auch nur im Zusammenhang mit weiterführenden Schulen.

Evolution erst im Alter von 14 bis 15 Jahren zu unterrichten, sei wiederum viel zu spät, betonte Andrew Copson, Chief Executive der Humanists UK. Es sei von entscheidender Bedeutung, dass Schüler*innen schon möglichst früh wissenschaftliches Denken erlernten, um gewappnet zu sein für Pseudowissenschaft und andere Arten der Falschinformation.

Ein walisischer Regierungssprecher ließ bereits verlauten, dass die Behauptung, Evolution würde nach den neuen Lehrplänen erst in weiterführenden Schulen gelehrt, „völlig falsch“ sei. Dass die neuen Lehrpläne noch im Sinne der Humanists UK umgestaltet werden, erscheint dennoch nicht ausgeschlossen. Eine ähnliche Initiative der Humanists UK führte 2014 dazu, dass Evolution ausdrücklicher Bestandteil der englischen Grundschullehrpläne wurde. Kreationismus hingegen darf seitdem in England nicht als wissenschaftliche Lehre dargestellt und vermittelt werden.

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