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Geschlechtsneutrale Sprache wirkt

Über Sinn und Zweck geschlechtsneutraler Sprache wird oft und erregt gestritten. Dabei könnte sie tatsächlich Verzerrungen abschwächen und die Akzeptanz gegenüber Frauen und LGBTI-Personen stärken. Das zumindest legen die Ergebnisse einer schwedischen Studie nahe.

Vor gut vier Jahren wurde im Schwedischen das Personalpronomen „hen“ eingeführt, als geschlechtsneutrale, aber nichtsächliche Alternative zu den Pronomen „han“ (er) und „hon“ (sie). Um den Effekt dieser Neuerung zu untersuchen, haben die Forscher*innen Margit Tavits und Efrén Pérez zusammen mit dem Meinungsforschungsunternehmen Enkätfabriken Tests mit mehr als 3.000 Schwed*innen durchgeführt.

Männlich, weiblich, intersexuell? Diese Kunstfigur sollten Proban*innen mit verschiedenen Personalpronomen beschreiben. Illustration: PNAS.

Im Zentrum dieses Tests stand zunächst eine Zeichnung, die entweder unter Zuhilfenahme von ausschließlich neutralen, weiblichen oder männlichen Pronomen beschrieben werden sollte. Im Anschluss sollten die Proband*innen eine kurze Geschichte über eine Person ohne Geschlecht schreiben und zuletzt einige Fragen beantworten, von deren Antworten sich die Forscher*innen Rückschlüsse auf die Ansichten über Frauen und LGBTI-Personen erhofften.

Dabei zeigte sich: Wer schon zur Beschreibung der Zeichnung das geschlechtsneutrale Pronomen verwendete, war eher dazu geneigt, auch in seiner Kurzgeschichte auf männliche Pronomen zu verzichten. „The evidence shows that compared with masculine pronouns, use of gender-neutral pronouns decreases the mental salience of males“, heißt es dazu in der Studie, die in der Fachzeitschrift PNAS veröffentlicht wurde. Auch schien das geschlechtsneutrale Pronomen „hen“ positive Gefühle gegenüber LGBTI-Personen und das Bewusstsein um verschiedene Geschlechtsidentitäten zu verstärken.

Die Studie „Language influences mass opinion toward gender and LGBT equality“ von Margit Tavits und Efrén Pérez ist in PNAS erschienen.

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