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Religionskritischer mauretanischer Blogger ist frei

Fünf Jahre lang saß der mauretanische Blogger Mohamed Cheikh Ould Mkhaitir in Haft, jetzt endlich wurde er aus der Haft entlassen.

Ehe er in die Freiheit entlassen wurde, musste Mohamed Cheikh Ould Mkhaitir im Fernsehen Abbitte leisten.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Der damals noch junge Blogger Mkhaitir hatte 2013 einen anonymen Text im Internet veröffentlicht, in dem er die Zustände in Mauretanien scharf angriff. Von Sklaverei und Diskriminierung sprach Mkhaitir damals. Aus Sicht der Behörden aber noch schlimmer: er bezog sich in seiner Kritik ausdrücklich auch auf den Islam. Und solche Kritik wird im konservativen Mauretanien streng verfolgt. Im Januar 2014 wurde Mkhaitir verhaftet.

Mit seinem Text habe sich Mkhaitir des Glaubensabfalls (Apostasie) und der Kritik am Islam schuldig gemacht, urteilte ein mauretanisches Gericht wenige Monate später und verhängte die Todesstrafe – ungeachtet vieler Proteste. Die Strafe wurde allerdings nicht vollstreckt. Sie wurde nach einiger Zeit zunächst in eine zweijährige Haftstrafe umgewandelt, 2017 wurden dann alle Vorwürfe fallengelassen. Dennoch blieb Mkhaitir bis zuletzt in Haft, vorgeblich aus Gründen der persönlichen und öffentlichen Sicherheit. Mauretaniens damaliger Präsident Abdel Aziz gab im Juni dieses Jahres sogar noch zu, dass Mkhaitir aus rechtlichen Gründen längst hätte entlassen werden müssen – dies aber hätte angeblich „das Leben von vier Millionen Mauretaniern“ gefährdet.

„Eine Schande“

Erst Ende Juli war es dann soweit: Mkhaitir durfte, von der Haft gezeichnet, das Gefängnis verlassen und wurde in ein sicheres Land gebracht, melden die Humanists International, die sich von Beginn an für die Freilassung eingesetzt hatten. Zuvor aber musste der Blogger sich öffentlich für seinen Text entschuldigen, sein kurzes Statement wurde im mauretanischen Fernsehen übertragen.

Bob Churchill, Director of Communications & Campaigns bei den Humanists International, zeigte sich „sehr erfreut, dass Mohamed Cheikh Ould Mkhaitir außer Landes gebracht wurde.“ Dass er nicht einfach in Mauretanien freigelassen werden dürfe, ohne entsprechende Sicherheitsmaßnahmen für ihn zu treffen, sei immer auch eine Forderung der Humanists International gewesen.

Obwohl die Freilassung eine erfreuliche Nachricht sei, sprach Churchill dennoch von einer „großen Schande“, dass es so lange dauerte, bis der Gerechtigkeit in diesem Fall Genüge getan wurde.  Er appellierte zugleich an den neuen mauretanischen Präsidenten Mohamed Ould Ghazouani, die Blasphemiegesetze aufzuheben, die erst im April 2018 nochmals verschärft worden waren.

 

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