Anzeige

Europa Hauptziel von Flüchtenden? Neue Studie belegt Gegenteil

Fakten statt Fake-News! Zahlen und Erkenntnisse zu Flucht und Migration liefern Berliner Forscher in einer umfassenden Analyse. Sie zeigen darin auch Wege und Perspektiven auf, die zwar erst langfristig wirken, ohne die aber keine wirklichen Alternativen zur Flucht entstehen können.

In der EU überwiegt die innereuropäische Migration

Dass sogar die Vereinten Nationen die EU aufgefordern, eine neue Rettungsmission im Mittelmeer zu starten, ist mehr als eine politische Ohrfeige. Es verdeutlicht, wie zerstitten die europäischen Entscheidungsträger*innen in dieser Frage sind und zeichnet ein trauriges Bild der europäischen Werte, auf denen sich die Gemeinschaft ja eigentlich gründet: Die Achtung der Menschenwürde, Freiheit, Demokratie, Gleichheit, Rechtsstaatlichkeit und die Wahrung der Menschenrechte. Nicht erst seit der Rettungsaktion von Carola Rackete mit der „Sea-Watch 3“ zeigt die Europäische Union aber ihre Handlungsunfähigkeit, manche sprechen von Unwilligkeit, in Sachen Migration und Humanität. Die Notwendigkeit einer koordinierten, europäischen Seenotrettung und einer zugrunde liegenden gemeinsamen Einwanderungspolitik wird von einer immer stärkeren Abschottung der „Festung Europa“, von noch höheren Zäunen, Hafen-Sperren und sogar Verfolgung von Rettern komplett konterkariert.

Höhere Zäune sind nach Ansicht der Berliner Forscher keine Alternative.

Kühle Fakten in eine hitzige Debatte bringt jetzt das Berliner Institut für Bevölkerung und Entwicklung ein: In einer umfassenden Studie geben die Wissenschaftler einen Überblick der aktuellen Migrationsbewegungen, also wer auf welchen Wegen wohin auswandert und welche Beweggründe Menschen dabei haben. Unter dem Titel: „Europa als Ziel? Die Zukunft der globalen Migration“ haben die Forscher mit ihren Fakten in den vergangenen Tagen schon einen großen medialen Widerhall ausgelöst, unter anderem sprachen das ZDF, der Spiegel und der Deutschlandfunk mit Institutsleiter Reiner Klingholz.

Die wichtigsten Erkenntnisse:

  • Die vielbeschworene Armutsmigration nach Europa ist ein Mythos
  • Die meisten Migranten in der EU stammen aus anderen EU-Ländern
  • Den höchsten Anteil an auswanderungswilligen Menschen gibt es in afrikanischen Ländern der Subsahara, er liegt etwa bei einem Drittel der Bevölkerung
  • Zwei Drittel der auswandernden Afrikaner kommen nicht nach Europa, sondern bleiben in ihrer eigenen Region
  • Migranten sind überwiegend zwischen 20 und 30 Jahre alt, meist männlich, vergleichsweise gut gebildet – und nicht arm, da sich die Meisten die Flucht gar nicht leisten können
  • Mit zunehmender Entwicklung werden mehr Menschen in die Lage versetzt, ihr Land zu verlassen
  • Für diese Länder ist eine Förderung des Bildungswesens und der Wirtschaft dennoch alternativlos, da sonst das starke Bevölkerungswachstum anhält und die Länder arm bleiben
  • Nur langfristig kann die Bekämpfung von Fluchtursachen funktionieren – dafür braucht man aber einen langen Atem.
Die vollständige Studie gibt es auf der Website des Berliner Instituts für Bevölkerung und Entwicklung.
Anzeige
Hinweise zum Datenschutz

Kommentar verfassen

Diese Website verwendet Akismet, um Spam zu reduzieren. Erfahre mehr darüber, wie deine Kommentardaten verarbeitet werden.