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Brandenburg: Lehrkräfte für Humanistische Lebenskunde gesucht

Das in Berlin sehr erfolgreiche wertebildende Fach auf Basis einer humanistischen Lebensauffassung soll künftig auch an mehr Schulen in Brandenburg angeboten werden. Bewerbungsschluss für die einjährige berufspraktische Weiterbildung ist am 15. Dezember 2016. Nach erfolgreicher Weiterbildung lockt eine unbefristete Übernahme.

Foto: © A. Platzek
Karina Berg, Referentin für Humanistische Lebenskunde in Brandenburg Foto: © A. Platzek

Lehrerinnen und Lehrer mit zweitem Staatsexamen oder einem Hochschulabschluss in einer pädagogischen Fachrichtung, Philosophie oder Religionswissenschaft können sich im Rahmen einer einjährigen berufspraktischen Weiterbildung für die Tätigkeit als Lehrkräfte für Humanistische Lebenskunde qualifizieren. Nach erfolgreichem Abschluss wird die Übernahme in eine vollwertige und unbefristete Lehrertätigkeit an öffentlichen Schulen angeboten. Da auch an Schulen in Brandenburg die Nachfrage an dem Schulfach wächst, wirbt der Humanistische Verband für Berlin und Brandenburg derzeit um interessierte Lehrkräfte.

In Berlin besuchten im Schuljahr 2015/2016 über 60.000 Schülerinnen und Schüler das freiwillige Fach Humanistische Lebenskunde, das seit 1984 an Berliner Schulen als religionsfreie Alternative zu den unterschiedlichen Religionsunterrichten angeboten wird. In der Grundschulstufe ist Humanistische Lebenskunde heute das beliebteste wertebildende Schulfach, auf alle Klassenstufen bezogen belegt der Lebenskunde-Unterricht derzeit bei den Teilnehmerzahlen den zweiten Platz neben dem evangelischen Religionsunterricht. Der Trägerverband von Humanistischer Lebenskunde betreibt unter anderem zahlreiche Kindertagesstätten, Kinder- und Jugendfreizeiteinrichtungen sowie Sozialstationen, er zählt außerdem zu den wichtigsten Anbietern von Jugendfeiern in den zwei Bundesländern.

In Brandenburg wird Humanistische Lebenskunde als freiwilliges Unterrichtsfach seit dem Schuljahr 2007/2008 angeboten. Grundlagen des Lebenskundeunterrichts sind Erkenntnisse über die Natur und die Gesellschaft sowie Lebensregeln, die auf einer weltlich-humanistischen Lebensauffassung beruhen. Im Mittelpunkt stehen Verantwortung, Selbstbestimmung und Toleranz. Lebenskunde möchte in der Schule an Konfliktlösungen mitarbeiten und ein freundliches Zusammenleben unterstützen. Die humanistische Ethik orientiert sich an einem menschlichen und solidarischen Miteinander. In Berlin nehmen Schülerinnen und Schüler außer am Unterricht an Malwettbewerben teil, organisieren Ausstellungen und Wandzeitungen, knüpfen Partnerschaften mit Kindern in anderen Ländern oder produzieren kleine Filme, die jährlich beim Video-Film-Festival in einem großen Kino vorgeführt werden.

Imagefilm auf YouTube ansehen: Humanistische Lebenskunde – Was ist das?

Die Lehrkräfte für den Lebenskunde-Unterricht werden seit 1999 durch ein eigenes Ausbildungsinstitut qualifiziert. Im Studiengang Humanistische Lebenskunde wird die Unterrichtsbefähigung durch das Studium in den Bereichen „Geschichte und Theorie des Humanismus“, „Praktischer Humanismus“ und „Pädagogik des Lebenskundeunterrichts“ in Räumen der Technischen Universität Berlin erworben, realisiert durch Lehrveranstaltungen in Philosophie, Psychologie, Pädagogik und Religionskunde. Bewerbungen für die Weiterbildung zum Tätigkeitsbeginn im Schuljahr 2017/2018 können noch bis zum 15. Dezember 2016 eingereicht werden, weitere Informationen dazu gibt es auf der Webseite des Humanistischen Verbandes Berlin-Brandenburg.

Positionieren ohne zu stigmatisieren: Humanistische Lebenskunde angesichts gegenwärtiger Bedrohungen der offenen Gesellschaft – Fachtagung am 15. Dezember 2016 in Berlin, mit Vorträgen und Workshops im Kaiserin-Friedrich-Haus, Robert-Koch-Platz 7, 10115 Berlin. Teilnehmergebühr: 19,- €. Weitere Informationen und Anmeldung unter 030 613904-60 oder per E-Mail an m.jirkowsky@hvd-bb.de.

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