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Schweden eröffnet ersten religionsfreien Friedhof

In der schwedischen Stadt Borlänge ist der erste Friedhof ohne religiöse Symbole eröffnet worden. Dieser steht Personen unabhängig von ihrer Religion und Weltanschauung offen.

Der schwedische Lehrer Josef Erdem hatte die Idee zur religionsfreien Begräbnisstätte. Foto © privat

Josef Erdem, Lehrer im schwedischen Borlänge, hatte die Idee zu einem Friedhof, der frei von religiöser Symbolik ist, und reichte einen entsprechenden Antrag bei der schwedischen Landeskirche ein. Diese stellte ihm nicht nur Land zur Verfügung, sondern sagte auch die Pflege der Gräber zu.

„Alle Menschen haben ihren Platz auf der Welt und sollten weder bei der Frage, wie sie leben wollen, noch wie sie beerdigt sein wollen, eingeschränkt sein “, sagte Erdem der schwedischen Newsseite The Local.

Außerdem betont er, dass der Friedhof allen Menschen offenstehe und jeder entscheiden könne, wie die Gräber aussehen sollen, religiöse und nationale Symbole dort aber keinen Platz hätten. Er habe mit vielen Menschen darüber gesprochen, auch vielen religiösen, „und die Reaktionen waren durchweg positiv“, so Erdem. Der Friedhof liegt nahe der örtlichen Kirche und steht bis dato noch leer, Interessenten gibt es aber laut Medienberichten bereits einige.

Schweden zählt nach einer Umfrage des Verbunds von Meinungsforschungsunternehmen WIN/GIA aus dem Jahr 2015 zu den am wenigsten religiösen Ländern. In der Befragung für die Studie bezeichneten sich nur 19 Prozent der Befragten als religiös. 76 Prozent gaben an, sie seien nichtreligiös oder überzeugte Atheisten. In der gleichen Befragung gaben lediglich 34 Prozent der Befragten aus Deutschland an, eine religiöse Person zu sein. Als nichtreligiös bezeichneten sich 42 Prozent.

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