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Anmerkungen zu einer performativen Theorie der Versammlung

Neu erschienen im Suhrkamp Verlag

Occupy Wall Street. Gezi-Park, Tahrir, Majdan. Ferguson und Hongkong. Tea Party. Pegida. Die „Politik der Straße“ hat Hochkonjunktur, wirft aber auch Fragen auf. Sind solche Versammlungen als Ausdruck der Souveränität des Volkes aus radikaldemokratischer Perspektive zu begrüßen oder geben sie Anlass zur Sorge vor der Herrschaft des „Mobs“? Und wer ist überhaupt „das Volk“?

Judith Butler versucht den Dynamiken und Taktiken öffentlicher Versammlungen unter den derzeit herrschenden ökonomischen und politischen Bedingungen auf den Grund zu gehen. In Erweiterung der sprechaktzentrierten Theorie der Performativität und gegen Hannah Arendts „körperlose“ Konzeption politischen Handelns unterstreicht sie die Bedeutung der physischen Präsenz kollektiver Akteure im öffentlichen Raum und arbeitet an aktuellen Beispielen die Effekte dieser Ausdrucksdimension heraus sowie die Inklusions- und Exklusionsmechanismen, die dabei am Werk sind. Der kollektive Schrei „Wir sind das Volk!“ ziehe eben auch eine Grenze und lasse die Frage, wer wirklich das Volk ist, umso deutlicher hervortreten.

Fluchtpunkt dieses hochpolitischen Buches soll eine Ethik des gewaltlosen Widerstands in einer gefährdeten Welt sein, in der die Grundlagen solidarischen Handelns allmählich zerfallen oder zerstört seien.

Judith Butler: Anmerkungen zu einer performativen Theorie der VersammlungJudith Butler
Anmerkungen zu einer performativen Theorie der Versammlung
Suhrkamp Verlag,
Berlin 2016,
312 S., gebunden,
28,00 €
ISBN: 978-3-518-58696-9

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