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Kroatische Humanisten laden ein zur Konferenz

Am 14. und 15. Oktober 2016 findet in der kroatischen Hauptstadt Zagreb die erste Konferenz des Center for Civil Courage statt. Interessierte sollen sich vernetzen und über Wege diskutieren, wie sich humanistische Werte sowie demokratische und säkulare Prinzipien stärker in der Gesellschaft verankern lassen. Namhafte Referenten sind auf der Konferenz zu Gast.

Nach dem Zerfall der Sozialistischen Föderativen Republik Jugoslawien sollten sich die souveränen Nachfolgestaaten zu pluralistischen Demokratien entwickeln. Aus der Sicht von kroatischen Humanisten haben sich diese Länder auf diesem Weg jedoch nicht weit genug bewegt. Humanistische Werte seien zugunsten eines engstirnigen Nationalismus und kirchlichen Dogmatismus ignoriert worden, während der Staat und die Wirtschaft einer Handvoll Privilegierter überlassen wurden. Zu diesem Fazit kommt das Center for Civil Courage in der Ankündigung seiner ersten Konferenz, die am 14. und 15. Oktober 2016 in dem vor drei Jahren eröffneten Europa-Haus von Zagreb stattfinden soll. Weiter heißt es, dass in der Gesellschaft des Landes die religiöse Ideologie und die Rolle ihrer Institutionen zu dominant seien. Diese fördern patriarchalische Strukturen und bereiten der Diskriminierung und Ausgrenzung einen Nährboden.

Hier möchte das Center for Civil Courage einen Wandel herbeiführen. Der Verein wurde 2011 von kroatischen Menschenrechtlern gegründet und setzt sich ein für säkularen Humanismus, freies und kritisches Denken sowie die Rechte von Frauen und LGBT. Zur Feier seines 5-jährigen Bestehens hat der Verein zahlreiche Denker und Aktivisten, die sich schon seit langem für Menschenrechte und humanistische Werte einsetzen, zu der Konferenz eingeladen. Unter den Referenten sind u.a. der britische Philosoph und Vizepräsident der British Humanist Association A.C. Grayling, die bekannte Menschenrechtsaktivistin und Kommentatorin Maryam Namazie, der wegen der Entfernung eines Kreuzes aus seinem Klassenzimmer entlassene Schweizer Lehrer Valentin Abgottspon, sowie mit Elizabeth O’Casey die Vorsitzende der IHEU-Delegation beim UN-Menschenrechtsrat.

Jeder Mensch habe das Recht, sich als würde- und respektvoller Mensch zu entwickeln und ein entsprechendes Leben zu führen. „Dieses Recht soll den Menschen nicht auf Grund von unterdrückerischen moralischen Prinzipien, Traditionen, Vorurteilen oder Diskriminierungen verwehrt werden“, so das Center for Civil Courage. „Wir hoffen, dass diese internationale humanistische Konferenz in Kroatien mit ihrem inhaltlichen Schwerpunkt Antworten auf ein paar der Hausforderungen, mit denen wir konfrontiert sind, liefert und ein kleiner, aber mutiger und bedeutender Schritt hin zu einem lebenswerten Leben ist.“

Weiterlesen: Menschen Mut machen, für ihre Identität einzustehen – Das Center for Civil Courage im Porträt

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