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Regenbogenfamilien machen Picknick in Potsdam

Am 17. September 2016 sind Regenbogenfamilien und Interessierte aus Berlin und Brandenburg zum gemeinsamen Picknick eingeladen. Das Treffen soll Auftakt für die Planungen zu einem ersten Regenbogenfamilienzentrum in Brandenburg werden. Außerdem wurden vor den anstehenden Wahlen in Berlin die Direktkandidierenden befragt, wie sie zur Gleichstellung von LGBT stehen.

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Foto: (c) Africa Studio / Fotolia.com

QueerFamily Potsdam und das Regenbogenfamilienzentrum des Lesben- und Schwulenverbandes haben zum Picknick eingeladen. Beiträge für das Buffet und Ideen für ein buntes Miteinander soll jede Familie mitbringen, heißt es in der Mitteilung des Lesben- und Schwulenverbandes Berlin-Brandenburg (LSVD BB). Auf dem großen Wiesengelände vor dem Frauenzentrum in der Schiffbauergasse 4H wird es viel Platz für Picknickdecken geben. Die Gleichstellungsbeauftragte des Landes Brandenburg, Monika von der Lippe, ist für ein kurzes Grußwort angekündigt.

Das Picknick soll auch zum Auftakt für die Arbeit an einem ersten Regenbogenfamilienzentrum in Brandenburg werden, denn dort gebe es ebenfalls Bedarf, heißt es. Das Berliner Regenbogenfamilienzentrum wurde im März 2013 eröffnet und hat seitdem zahlreiche Familien unterstützt. Gruppentreffen, Fortbildungen und Beratung in allen relevanten Themengebieten von Alltagsproblemen, Diskriminierung, Kinderwunsch und Schwangerschaft gehören zum festen Repertoire des Teams. An dieses Vorbild soll zukünftig auch im Berliner Umland angeknüpft werden. Wer am Picknick und dem Auftakt zu einem brandenburgischen Zentrum teilnehmen möchte, ist um eine kurze Anmeldung per E-Mail an die Leiterin Constanze Körner gebeten.

Wer es zum Picknick nach Potsdam nicht schafft, kann Constanze Körner und ihr Team außerdem am nächsten Tag in Berlin beim Weltkindertagsfest treffen, das von 11 bis 18 Uhr rund um den Potsdamer Platz stattfindet. Das Regenbogenfamilienzentrum befindet sich an Stand Nummer 1 an der Gabriele-Tergit-Promenade.

Die am gleichen Tag stattfindenden Wahlen zum Abgeordnetenhaus in Berlin werden auch für die Rechte von Regenbogenfamilien und LGBT ein Richtungsentscheid. Bereits im Juli hatte der Lesben- und Schwulenverband die Antworten der Parteien auf seine Wahlprüfsteine veröffentlicht. Vor kurzem hatte die Internetplattform abgeordnetenwatch.de außerdem alle Direktkandidierenden zur Berliner Abgeordnetenhauswahl gefragt, wie sie zu der folgenden These stehen: „Gleichgeschlechtliche Paare sollen in allen Bereichen dieselben Rechte erhalten wie heterosexuelle Paare.“

Von den 410 Kandidierenden, die sich an dem Kandidaten-Check beteiligt haben, sprachen sich 326 (knapp 80 Prozent) für die These aus, 43 waren dagegen, 41 verhielten sich neutral. Die Befragung zeigt, dass es bei den Kandidierenden insgesamt eine große Mehrheit für gleiche Rechte gibt, jedoch große Unterschiede je nach Parteizugehörigkeit. Mitunter erschreckende Antworten habe es von Kandidaten der AfD gegeben, so zum Beispiel vom Charlottenburger Direktkandidaten Markus Bolsch. Dieser habe seine Ablehnung damit begründet, dass die Zulassung von gleichgeschlechtlichen Ehen die Einführung muslimischer Vielehen nach sich zöge.

Wie die LGBT-Community wählt, hat übrigens kürzlich eine Studie ausgeleuchtet. Die Ergebnisse sollen am 12. September 2016 vorgestellt werden.

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