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Ein gelungenes Fest

Geflüchtete und einheimische Kinder haben am Welthumanistentag in Hoppegarten bei Berlin gemeinsam gefeiert, gespielt und sich besser kennengelernt. Kirsten Rother-Döhring berichtet vom gelungenen Fest der Begegnung.

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Acht Kinder stehen im Kreis, sagen nacheinander ihren Namen und machen eine Geste, mit der sie ausdrücken, was sie gerne machen: Tanzen, Lesen, Fußball spielen. Danach wiederholt jedes Kind die Namen und Gesten seines Nachbarn und fügt seinen eigenen hinzu. Nun finden sich immer zwei Kinder zusammen, die sich noch nicht kennen und stellen sich gegenseitig genauer vor: ihren Lieblingsplatz, ihre Lieblingsmusik, ihr Lieblingsfach in der Schule. Zum Schluss sollen sie etwas finden, was sie gemeinsam haben und dies den Anderen pantomimisch vorspielen: Nargiz und Jessica tanzen gern und führen zuerst noch etwas schüchtern dann fröhlich lachend gemeinsam ein paar schnell einstudierte Tanzschritte vor. Brian und Mostafa spielen gern Fußball und treten eifrig einen imaginären Ball hin und her, die Anderen applaudieren. Der erste Schritt zum Kennenlernen zwischen einheimischen und geflüchteten Kindern ist getan.

50 Kinder verbrachten gemeinsam einen erlebnisreichen Nachmittag im Haus der Generationen in Hoppegarten, kurz hinter der Berliner Stadtgrenze im Landkreis Märkisch Oderland: 30 von ihnen sind Lebenskunde-Schüler und Streitschlichter aus Fredersdorf und Petershagen, und 20 Kinder stammen aus Flüchtlingsfamilien, die mit ihren Familien in der Gemeinde Hoppegarten leben.

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Am 21. Juni, dem internationalen humanistischen Feiertag, hatten sie die Gelegenheit, an verschiedenen Spiel- und Lern-Stationen ihren Alltag zu vergessen, sich kennenzulernen und zusammen Spaß zu haben. So bauten sie, angeleitet vom syrischen Musikpädagogen Nafea Aboaasi, Musikinstrumente aus einfachen Materialien, gestalteten ein über zehn Meter langes farbenfrohes gemeinsames Bild mit den beiden Künstlern Uta Wehrmann und Michael Drewelow, trommelten mit Patrik Bayogar afrikanische Percussions-Musik und bewegten sich draußen bei gemeinsamem Pantomime-Sprachspiel, Pedalo, Fußball und Bogenschießen mit den Lebenkunde-Lehrerinnen Elke Blumberg und Kirsten Rother-Döhring sowie den Sozialpädagoginnen Marén Schiller und Julia Gabriel. Beim abschließenden Trommelkonzert sind auch viele Eltern dabei und applaudieren begeistert den trommelnden Kindern.

Antonia, Hava und Jasmin toben ausgelassen die Außentreppen im Haus der Generationen rauf und runter. Moritz, Mostafa, Leandros, Tarnas und Mohamad spielen Fußball. So langsam klingt der Nachmittag aus. Gegenseitige Einladungen sind ausgesprochen: beim muslimischen Zuckerfest am Ende des muslimischen Fastenmonats Ramadan und bei den Schulfesten an der Fred-Vogel-Grundschule und der Grundschule Am Dorfanger werden sich einige Kinder wiedersehen. Gefragt danach, wie ihnen das Fest gefallen hat, antwortet Jasmin: „Ich fand es am besten, dass ich Hava wiedergesehen habe und den leckeren selbstgebackenen Kuchen.“ Moritz antwortet: „Mir hat gefallen, dass wir uns ohne viele Worte und mit Zeichensprache verstanden haben.“

Ermöglicht worden war das Fest durch eine Kooperation des Humanistischen Regionalverbands MOL e.V., der Jugendwerkstatt Hönow, dem Familienzentrum Hoppegarten  und mit finanzieller Unterstützung vom Land Brandenburg.

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